Die Bäder bei den Alten Römern
Bäder:
Zu den bedeutendsten zivilisatorischen Leistungen der Römer gehört ihre
Bäderkultur, von der noch heute in vielen Teilen des ehemaligen Imperiums die
Reste kleinerer und größerer Badeanlagen zu sehen sind.
Nach einer antiken Beschreibung standen in der Zeit Constantins des Großen
nicht weniger als elf staatliche Thermen und über 850 private Badeanstalten zur
Verfügung. Aber auch für die Bewohner der unbedeutendsten Provinznester
gehörte die Einrichtung der Thermen zu den selbstverständlichen
Annehmlichkeiten des Lebens.
Von der Badewanne zum Badepalast:
Ursprünglich diente die Körperpflege auch bei den Römern nur den
notwendigen hygienischen Erfordernissen. Man wusch wohl täglich Füße, Arme
und Gesicht, nahm aber ein Vollbad höchstens an Markttagen, d.h. alle neun
Tage. Zu diesem Zweck diente eine einfache Wanne, die in einem engen, muffigen
und durch Fensterschlitzen erhellten Raum neben der Küche war. Diesen Raum
nannte man lavatrina, was soviel wie Waschraum bedeutet.
Erst durch den Einfluss der Griechen wurde das Bedürfnis nach dem täglichen
Warmbad geweckt. Deshalb ging man dazu über, geräumigere Badezimmer
einzurichten, die durch Kohlebecken od. erhitzte Steine erwärmt wurden.
Mit den gestiegenen technischen Möglichkeiten wuchs auch das Verlangen nach
Komfort und Luxus. Solchen Luxus konnte sich freilich nur die begrenzte Schicht
der Wohlhabenden leisten. Seit dem 2. Jahrhundert v.Chr. wurden auch
öffentliche Badeanstalten gebaut, die eine geringe Eintrittsgebühr hatten und
so für jeden zugänglich waren.
Es gab auch so genannte Kaiserthermen. Auch die Kaiser erkannten sehr bald, dass
sie ihre Popularität durch die Errichtung von Thermen verbessern könnten. Den
Anfang damit machte Agrippa. Auch Nero ließ die eigentlichen Bäder um Räume
für Leibesübungen nach Art der griechischen Gymnasien erweitern.
In den Caracalla - Thermen erreichte die Gestaltungskraft römischer Architekten
ihre künstlerische und technische Vollendung.
Die Thermen hatten eine Grundfläche von 13 ha. Allein das Schwimmbecken nahm
2500 m² ein. In dieser riesigen Anlage konnten nicht weniger als 3000 Personen
gleichzeitig baden.
Das Bad im Alltag der Römer:
Zu Mittag wurden die Thermen für gewöhnlich geöffnet. Im Apodyterium zog
man sich seine Kleider aus und deponierte sie auf offenen Nischen od.
Brettergestellen. Handtücher, Öl und Parfüm sowie ein aus Lupinenfrucht
gewonnenes Reinigungsmittel brachte man mit, ebenso einen Striegel, um nach
sportlichen Übungen die Kruste aus Staub, Schweiß und Salbe abzuschaben.
Wollte der Badegast den Empfehlungen der Ärzte folgen, so durchschritt er eine
Reihe von Räumen mit ansteigender Temperatur, um sich aufzuwärmen, bevor er
durch eine schmale Tür das Caldarium betrat. Hier nahm er in einer Wanne ein
heißes Bad, unterbrochen durch gelegentliche kalte Waschungen am Labrum, einem
flachen Becken in einer Wandnische. Danach erfrischte er sich durch ein kaltes
Bad im Frigidarium. Wenn er wollte, konnte er noch ein Schwitzbad im Laconicum
anschließen, dessen Wirkung wohl einer modernen Sauna entsprach. Wer die
Schwitzkur überstanden hatte, ließ sich von einem Masseur abreiben und
durchkneten. Den Abschluss des Bades bildete gewöhnlich ein Sprung in das
große Schwimmbecken unter freiem Himmel. Je nach Belieben konnte diese Prozedur
bei den Römern bis zu siebenmal am Tag wiederholt werden.
Viele Römer verbrachten jede freie Stunde in den Thermen, wo ihnen ein
umfassender Freizeit - Service geboten wurde. Man verabredete sich mit Freunden
und Geschäftspartnern, besprach die Tagesereignisse, knüpfte Beziehungen. In
den Palaestren und Gymnastikräumen gab es zahlreiche Möglichkeiten sportlicher
Betätigung; Boxen und Ringen waren ebenso beliebt wie Fechten und Laufen oder
verschiedene Ballspiele. Man konnte aber auch nur das Nichtstun genießen. Um
die Langeweile zu vertreiben, schaute man den Sportlern zu oder ging in den
gepflegten Wandelhallen und Gartenanlagen spazieren.
Badebekleidung der Römer:
Weder in privaten Bädern noch in öffentlichen Thermen war es üblich
Badekleidung zu tragen. Man legte die Straßenkleidung beim Eintritt in eine
Badeanstalt im Apodyterium, dem Auskleideraum, ab und behielt allenfalls eine
Tunica an, wenn man sich mit einem Ballspiel od. Ähnlichem beschäftigen
wollte. Gebadet wurde in der Regel nackt, auch beim gemeinschaftlichen Baden von
Männern und Frauen. Nur wenige trugen im Bad einen Lendenschutz. Sie fielen
damit auf und mussten daher mit Spott rechnen.
Der Bikini war zwar bekannt, er diente aber nicht als Badebekleidung, sondern
als weibliche Sportbekleidung.
Alexandra Palle, 7A